Das Wertequadrat nach Schulz von Thun – alles in Balance!

Von Pamela Gustavus - Job & Karriere Coach

Los geht's

Das Wertequadrat nach Schulz von Thun – alles in Balance!

Wir streben oftmals nach Balance, nach Ausgeglichenheit und Erfüllung und meinen damit meistens die Balance zwischen zwei verschiedenen Bereichen: Privatleben und Arbeitszeit, Kind und Karriere, Unternehmungen und Erholung.

Das sind alles äußere Bedingungen, was aber ist mit der inneren Balance? Nach dem Wertequadrat, das der Kommunikationswissenschaftler Schulz von Thun aus bereits bestehenden Modellen weiterentwickelt hat, braucht auch jede Eigenschaft in uns einen Gegenpol.

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Abbildung I: Das Wertequadrat nach Schulz von Thun Perspekto Coaching

So tut ein Mensch, der sehr ambitioniert ist und als hohen Wert in seinem Leben Ehrgeiz definiert, gut daran, sich auch mit dem gegenteiligen Wert auseinanderzusetzen. Dieser Wert könnte – positiv formuliert – Gelassenheit oder Entspannung lauten und stellt nach dem Schulz von Thunschen Modell keinen Gegensatz im Sinne von ehrgeizig oder gelassen sein dar, sondern eine sogenannte Schwesterntugend. Es gilt, sowohl ehrgeizig als auch gelassen zu sein.

Denn: nur wer neben dem Ehrgeiz auch der Gelassenheit Raum gibt, kann weiterhin ehrgeizig bleiben und verhindert so, dass aus dem Antreiber des gesunden Ehrgeizes eine ungesunde Verbissenheit wird, die blockierend wirkt. Oftmals ist die Schwestertugend etwas, das uns zunächst schwerfällt, womit wir nicht so einfach in Kontakt sind.

Lernaufgabe Gelassenheit

Ein ehrgeiziger Mensch kommt vielleicht gar nicht auf das positiv besetzte Wort Gelassenheit, sondern eher auf ein negativ besetztes Wort wie Faulheit oder Antriebslosigkeit oder ähnliches. Damit aus Ehrgeiz nicht Verbissenheit wird, ist hier die große Lernaufgabe, Gelassenheit zu integrieren. Für die Menschen, denen es eher an Antrieb fehlt, gilt die umgekehrte Richtung: Zur eigentlich positiven Eigenschaft Gelassenheit sollte sich die Schwesterntugend Ehrgeiz gesellen, damit aus entspannter Gelassenheit nicht gleichgültige Faulheit wird.

Im Coaching kann mit Hilfe des Wertequadrats herausgearbeitet werden, in welche Richtung der/die Klientin sich entwickeln kann, um in Balance zu kommen oder konkrete berufliche oder persönliche Ziele zu erreichen. Auch für die Bestimmung der eigenen Stärken und Schwächen eignet sich das Wertequadrat sehr gut.

Sie können sowohl mit einer vermeintlichen Schwäche starten und sich überlegen, welche Stärke Sie hier als Schwesterntugend integrieren können, damit beide Werte sich gegenseitig unterstützen oder Sie beginnen mit der Stärke und überlegen sich, welche Schwesterntugend Sie ihr an die Seite stellen können, damit die Stärke nicht „umkippt“ in ein blockierendes Muster.

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Abbildung II: Finde Deine Ballance

So braucht der Sparsame beispielsweise auch den Großzügigen, damit aus Sparsamkeit nicht übertriebener Geiz wird. Der Großzügige hingegen benötigt die Sparsamkeit, damit es nicht zur Verschwendung kommt.

Wer dem Wert Hilfsbereitschaft einen sehr hohen Stellenwert beimisst, hat viel davon, sich die Selbstfürsorge in sein Leben zu holen, damit aus der eigentlich positiven Hilfsbereitschaft nicht die ungesunde Aufopferung wird. Das fällt allerdings gerade besonders hilfsbereiten Menschen schwer – für sie steht durch den Wert Selbstfürsorge schnell der negativ besetzte Wert Egoismus im Raum.

„Wie kann ich Selbstfürsorge betreiben, ohne mich egoistisch zu fühlen?“ Hier erarbeiten wir in einem Coaching viele kleine Schritte – es geht darum, eine neue Qualität im Leben zu integrieren, ohne sich zu verbiegen oder bisher wichtige Werte zu verraten.

Denn die beste Nachricht an diesem Modell ist: nichts ist Schwarz-Weiß! Wir müssen uns nicht entscheiden und uns von einem liebgewonnenen Wert komplett verabschieden, sondern dürfen viele – auf den ersten Blick – widersprüchliche Anteile in uns vereinen.

Das Wertequadrat im Coaching

Was kann das Wertequadrat, wofür lässt es sich im Coaching nutzen?
Sichtbarmachen von inneren Konflikten
Schärfung der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis
• Herausarbeiten eigener Stärken und Schwächen
• Persönlichkeitsentwicklung
Selbstakzeptanz auch ungeliebter Persönlichkeitsanteile
Verständnis für einen selbst, aber auch für andere Menschen mit scheinbar konträren Werten zu den eigenen.

Auch für die Stressbewältigung und die Burnout-Prävention eignet sich das Wertequadrat, denn mit seiner Hilfe lassen sich innere Antreiber und Motoren aufdecken.

Das Wertequadrat bietet uns eine Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen, situationsgerechten Handlungsstrategien. Denn je nach Situation und Kontext kann es sinnvoll sein, verschiedene Werte in den Vordergrund zu stellen. In manchen Konstellationen oder Lebensphasen ist es vielleicht gut, egoistisch oder ehrgeizig zu sein, in anderen unterstützen uns wiederum Hilfsbereitschaft oder Gelassenheit besser zur Erreichung unserer Ziele und in unserem Glücklichsein.

Lassen Sie uns gerne im Rahmen eines Coachings einen genaueren Blick auf Ihre individuellen Werte werfen – für Ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung, für mehr Zufriedenheit und innere Balance.