So meistern Sie jede Veränderung

Von Nick Meyer - Job & Karriere Coach

Los geht's

Vorsätze für's neue Jahr

Jeder kennt das: Man nimmt sich am Silvesterabend vieles vor. Wie oft hat man sich schon vorgenommen im nächsten Jahr mehr Sport zu machen, gesünder zu leben, Freunde öfter zu treffen oder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Jedoch scheinen diese guten Vorsätze bereits am Neujahrsmorgen vergessen zu sein. Hin und wieder gelingt es noch sie bis Februar aufrecht zu halten, aber nur die allerwenigsten Vorsätze bleiben wirklich bestehen. Dies gilt nicht nur für das Private, sondern auch für das Berufliche.

Oft hört man von Freunden und Bekannten die Klagen über die Unzufriedenheit im Beruf, aber auch hier gibt es meist mehr Gerede als Handlungen. Etwas zu verändern fällt den Meisten schwer. Warum ist das eigentlich so? Was kann man dagegen tun? Diesen Fragen widmet sich der Artikel. Veränderungsprozess - Was erwartet mich?

Veränderungsprozess: Erfolgreich neue Prozesse einführen

Um zu verstehen wie Veränderungen sich entwickeln, sollten wir den Veränderungsprozess etwas beleuchten. Am Anfang einer Veränderung steht meist die Verweigerung. Hier hört man oft Fragen wie z.B.: "Warum soll ich überhaupt etwas ändern? - Es läuft doch bisher.“ Schließlich fühlt man sich in der eingeschliffenen Routine doch am wohlsten. Diese möchte man oft nicht verlassen. Alles Neue fühlt sich ungemütlich an, irgendwie beängstigend. Der Übergang zur zweiten Phase, der Angst, ist daher fließend.

Abbildung 1: Emotionale Kurve bei Veränderungen (EL. DOK Land Brandenburg 2016)
Abbildung 1: Emotionale Kurve bei Veränderungen (EL. DOK Land Brandenburg 2016)

Sätze wie "Hilfe! Ich weiß doch gar nicht was mich erwartet.“ oder „Oh mein Gott, wie soll das in Zukunft überhaupt werden?" sind hierfür typisch. Gibt man sich jedoch einen kleinen Ruck, kommt man, zumindest objektiv betrachtet, voran. Denn in der eigenen Wahrnehmung entsteht vorerst Widerstand gegen die Veränderung. "Nein, ich mach das so, wie ich es bisher gemacht habe. Das kann ich gut." sind kennzeichnende Aussagen.

Wer jetzt hofft, dass es bereits überstanden ist, der täuscht sich gewaltig. Meist führt dieser Widerstand auch zur Frustration, da sich erste Veränderungen bereits eingestellt haben, ist eine Rückkehr zum Ausgangspunkt nicht mehr gegeben.

Dies äußert sich meist in Wut, die durch Äußerungen wie: "Alles Mist, das geht doch so nicht.“, „Nie klappt etwas.“, „Ich hasse es." ausgedrückt werden. Dies mündet oftmals in Verzweiflung oder Depression. In dieser Phase gilt es nicht aufzugeben und neue Wege auszuprobieren, sich mit der Situation anzufreunden.

Auch Gesprächspartner können hilfreich sein. Hierbei muss es nicht immer ein professionell ausgebildeter Coach sein, der mit Visualisierungen oder Fragetechniken arbeitet, sondern auch ein guter Freund, der einem mit motivierenden Worten die letzten Meter zum Ziel etwas versüßt. Wie jedoch schafft man es diesen Weg durch zu halten? - Oder sich überhaupt an die Startlinie zu wagen?

Was bringen Vorsätze und wie erreiche ich meine Ziele

Alles beginnt überraschender Weise mit dem Ziel. Schauen wir uns mal an, wie sich ein gutes Ziel von "guten" Neujahrsvorsätzen unterscheidet. Hierbei hilft das Merkwort: SMART (nach Schröder 2016) Der erste Buchstabe dieses Akronyms steht für "Spezifisch" Spezifisch meint, etwas sehr detailliert zu beschreiben. "Mehr Sport", "Gesündere Ernährung" oder "Mehr Zeit für …" ist eine sehr weite, dehnbare Zieldefinition und lädt daher dazu ein sich selbst etwas zu veralbern. Das können wir nämlich gut. Bei „guten Vorsätzen“ können wir uns einreden, dass wir ja dieses Jahr schon 2mal mehr beim Sport waren, also so gesehen unser „Ziel“ bereits erreicht haben.

Ursprünglich hatten wir uns aber wohl eher vornehmen wollen, dass wir dieses Jahr 2x pro Woche zum Sport gehen wollen. Jetzt muss Sport noch detaillierter beschrieben werden. Denn es macht sicherlich einen Unterschied ob man Kraft- oder Ausdauersport macht.

Das M steht für "messbar". Es muss also zum Abhaken sein. "Mehr" oder "Öfter" lässt sich schwer messen und erst recht nicht in den Kalender eintragen. "2x pro Woche", "montags und mittwochs" bilden hingegen schon eher Messpunkte. Wer es ganz genau nehmen möchte, definiert auch die genaue Trainingszeit. Weiter geht es mit "Ambitioniert", fordert es uns nicht, ist es zu leicht und damit nicht motivierend genug. Umgekehrt verhält es sich mit dem R für "Realistisch", denn wenn es erst gar nicht erreichbar scheint, gehen wir es auch nicht an.

Zu Letzt muss das Ziel noch "terminiert", also zeitlich definiert, sein. Ein Ziel welches den Kriterien Rechenschaft trägt, könnte also wie folgt klingen: "Ich möchte ab dem 02.Januar, 2x pro Woche, montags und mittwochs, für 30 Minuten im Park joggen gehen." Berufliche Ziele können mit Hilfe desselben Merkwortes formuliert werden und ggf. wie im Beispiel aussehen. „Ich möchte spätestens ab dem 31. Juli bei der Firma X als Y arbeiten und ein Gehalt von Z verdienen.“ Zusammenfassung SMART:

  • S pezifisch
  • M essbar
  • A mbitioniert
  • R ealistisch
  • T erminiert

Wie erreiche ich meine Ziele?

Abbildung 2: Der Plan und die Wirklichkeit (Reichert 2016)
Abbildung 2: Der Plan und die Wirklichkeit (Reichert 2016)

Sobald das Ziel entsprechend formuliert wurde, beginnt die Planung. Hierbei ist es wichtig etwaige Unwägbarkeiten zu berücksichtigen und bereits zu Beginn mit einzuplanen, dass es Rückschläge und Phasen von Demotivation geben wird. Wie in der Grafik ersichtlich, hilft es auch Zwischenziele zu formulieren. Diese lassen sich schneller erreichen, sind leichter im Blick zu behalten und geben somit sowohl einen Motivationsschub als auch einen erleichterten Kontrollpunkt. Denn den Gesamtprozess im Blick zu behalten und sich die positiven Schritte vor Augen zu führen, hilft in Phasen von Rückschlägen.

Auch kann es hilfreich sein sich einen Mentor oder Coach als Prozessbegleiter zu organisieren. Dieser kann bereits bei der Zielformulierung unterstützen und fortwährend ein unbeteiligtes ehrliches Feedback geben.

Der Weg beginnt mit dem Ziel

Warum ist das eigentlich so? Was kann man dagegen tun? Auf diese Fragen galt es Antworten zu finden. Mittels der Theorie des Veränderungsprozesses konnten wir erfahren, welche Phasen wir durchlaufen und welche es uns so schwer machen eine Veränderung anzugehen und durchzuhalten. Hierzu haben wir gelernt, dass der Weg mit dem Ziel beginnt und der Plan dazu in verschiedene Abschnitte aufgeteilt werden sollte. Veränderungen werden mit diesem Wissen zwar nicht zum Kinderspiel, jedoch hilft es ein klares Ziel vor Augen zu haben und zu Wissen welche Möglichkeiten ein jeder von uns hat um dort auch anzukommen.